Winterbilder
 
Die Geschichte des Seebads Düsternbrook Drucken
Donnerstag, 12. Juli 2007

Das Seebad Düsternbrook in der Geschichte Seebäder gehören seit 1819 zum Kieler Stadtbild. Das Seebad Düsternbrook blickt auf eine 70- jährige Geschichte zurück.

Lesen Sie die Geschichte von Bäder mit erwärmten Seewasser und getrennten Bademöglichkeiten für Männer und Frauen bis zur heutigen Zeit.

 

Anfangszeit

Im Jahr 1819 gründeten die Kieler Professoren Brandis, Pfaff und Schrader in Düsternbrook die Seebadeanstalt. Das Badehaus mit klassizistischer Fassade befand sich am Düsternbrooker Weg (gegenüber dem Karolinenweg, dort wo heute das Landeshaus steht).

Verabreicht wurden dort Bäder mit erwärmten Seewasser. Und dies in Badezimmern mit Wannen aus Marmor oder Kupfer, die auch mit einem Ruhebett ausgestattet waren, um keinerlei Bequemlichkeit missen zu lassen. Die Hartgesottenen gingen natürlich im Hafen „baden", und zwar von Badekarren aus. Aber es war wohl mehr ein „plantschen" als baden.

Militärische Zeiten

Nach dem deutsch/dänischen Krieg 1864 erwarb der Marinefiskus die Kieler Seebadeanstalt und ließ sie als Depot herrichten. Ausgedient hatte sie hierfür bereits wenige Jahre später, als 1868 auf dem Ostufer der Förde die Königliche Werft entstand, d. h. die Ausrüstung der schwimmenden Einheiten auch von dort erfolgen konnte.

Friedliche Zeiten

Im Jahr 1867 nahm im Bereich des heutigen Sporthafens Düsternbrook (Olympiahafen) ein neues Bad  den Betrieb auf. Es firmierte als „Seebadeanstalt zu Düsternbrook, Voß & Ohlsen". Es war Hotel-, Restaurations- und Badebetrieb zugleich. 1898 kaufte der Großindustrielle Friedrich Krupp das Anwesen und spendierte es nach einen großzügigen Gebäudeumbau dem Kaiserlichen Yacht-Club als Vereinsheim.

Vornehme Zeiten

badewagen Am heutigen Standort des Seebads Düsternbrook bestand seit ca. 1849 die Möglichkeit, von Badekarren aus Seebäder zu nehmen. In der Folgezeit wurde es zum „Ostseebad und Hotel Bellevue „ erweitert. Dieses etwas vornehmere Bad war für die aller meisten aber zu teuer; das sollte wohl auch so sein, damit die Besserverdienenden unter sich waren.

Hotel Seebadeanstalt, Postkarte ca. 1901 Andere Seebadeanstalten, wie die von Rober in Holtenau oder auch die in Falkenstein lagen für die Kieler zu abseits - waren also nur mit zusätzlichen Kosten für die Dampferfahrt verbunden - und daher eher was für die dort Ansässigen.

Moralische Zeiten

1900/1901 ließ der am (Alten) Markt ansässige Zigarrenhändler Johann Brägas in der Wiker Bucht (zwischen der heutigen Parkstraße und der Koesteralle) eine feste Seebadeanstalt errichten - und entsprechend der geltenden Moral selbstverständlich für Männer und Frauen getrennt. Der Platz war von der Stadt vorgegeben worden. Sie war auf einem Fußweg über den Strand zu erreichen, die Straße Hindenburgufer gab es zu dieser Zeit noch nicht. 1922, als Brägas bereits 76 Jahre alt war, kaufte die Stadt die Anstalt. Doch Unterhaltungsmittel waren knapp, manches lag daher im Argen. Und auch ein Ausweichen auf die nahe gelegene Militärschwimmanstalt war für die Badefreunde nur stundenweise möglich.

Olympische Zeiten

Die Seebadaanstalt um 1937 1936 machten es dann die Olympischen Segelwettbewerbe möglich: Die Stadt Kiel wollte sich von ihrer besten Seite zeigen und ließ das „Seebad Düsternbrook" entstehen und mit lautstarkem Polit-Spektakel einweihen. Mit einem 50-m-Becken war es sportgerecht ausgelegt. 

Meisterliche Zeiten

Der Sprungturm in der Seebadeanstalt Nach dem Kriege - und so manchen Reparaturen, die die Schwimmfreunde in Eigenregie durchführten - konnte es daher neben Laboe Austragungsort der Deutschen Meeresmeisterschaften im Schwimmen sein (1949). Das gefiel wiederum den Lübeckern nicht. Sie protestierten, weil sie sich benachteiligt fühlten und die Meisterschaften bei sich haben wollten. Diese fanden 1950 auch einmalig in Travemünde statt - fielen danach aber mangels Beteiligung buchstäblich ins Wasser.

Stürmische Zeiten

Eiswinter in der Seebadeanstalt Als nach dem Eiswinter 1962/63 etliche Erneuerungsarbeiten immer dringender wurden, beschäftigte dies die Ratsversammlung mehrfach. „Allein die Tatsache, dass die Badeanstalt überhaupt noch steht, ist nur als Zufall zu bezeichnen . . ." hieß es in einer der Vorlagen . . . Sperrung der Seebadeanstalt und veranlasste 1972 einen Teilabbruch und eine Teilerneuerung - fortan war sie nur noch halb so groß. Doch der Verfall schien nicht zu stoppen. Im Frühjahr 2002 setzten schwere Stürme dem Bad erneut schwer zu, so dass Teile für die Öffentlichkeit gesperrt werden mussten.

Helfende Zeiten

Die Seebadeanstalt in heutiger Zeit Aber dann kam es Anfang 2004 unerwartet: Eine großzügige Spende des Unternehmers Dr. Klaus Murmann und seiner Ehefrau ermöglichte die Sanierung des Bades in dem heutigen Zustand

 
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