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Seebäder gehören seit 1819 zum Kieler Stadtbild. Das
Seebad Düsternbrook blickt auf eine 70- jährige Geschichte zurück.
Lesen Sie die Geschichte von Bäder mit erwärmten Seewasser und getrennten Bademöglichkeiten für Männer und Frauen bis zur heutigen Zeit.
Anfangszeit
Im Jahr 1819 gründeten die Kieler Professoren Brandis, Pfaff
und Schrader in Düsternbrook die Seebadeanstalt. Das Badehaus mit
klassizistischer Fassade befand sich am Düsternbrooker Weg (gegenüber dem
Karolinenweg, dort wo heute das Landeshaus steht).
Verabreicht wurden dort Bäder mit erwärmten Seewasser. Und
dies in Badezimmern mit Wannen aus Marmor oder Kupfer, die auch mit einem
Ruhebett ausgestattet waren, um keinerlei Bequemlichkeit missen zu lassen. Die
Hartgesottenen gingen natürlich im Hafen „baden", und zwar von Badekarren aus.
Aber es war wohl mehr ein „plantschen" als baden.
Militärische Zeiten
Nach dem deutsch/dänischen Krieg 1864 erwarb der
Marinefiskus die Kieler Seebadeanstalt und ließ sie als Depot herrichten.
Ausgedient hatte sie hierfür bereits wenige Jahre später, als 1868 auf dem
Ostufer der Förde die Königliche Werft entstand, d. h. die Ausrüstung der
schwimmenden Einheiten auch von dort erfolgen konnte.
Friedliche Zeiten
Im Jahr 1867 nahm im Bereich des heutigen Sporthafens
Düsternbrook (Olympiahafen) ein neues Bad den Betrieb auf. Es firmierte als
„Seebadeanstalt zu Düsternbrook, Voß & Ohlsen". Es war Hotel-,
Restaurations- und Badebetrieb zugleich. 1898 kaufte der Großindustrielle
Friedrich Krupp das Anwesen und spendierte es nach einen großzügigen
Gebäudeumbau dem Kaiserlichen Yacht-Club als Vereinsheim.
Vornehme Zeiten
Am heutigen Standort des Seebads Düsternbrook bestand seit ca. 1849
die Möglichkeit, von Badekarren aus Seebäder zu nehmen. In der Folgezeit wurde
es zum „Ostseebad und Hotel Bellevue „ erweitert. Dieses etwas vornehmere Bad war
für die aller meisten aber zu teuer; das sollte wohl auch so sein, damit die
Besserverdienenden unter sich waren.
Andere Seebadeanstalten, wie die von Rober in Holtenau oder
auch die in Falkenstein lagen für die Kieler zu abseits - waren also nur mit
zusätzlichen Kosten für die Dampferfahrt verbunden - und daher eher was für die
dort Ansässigen.
Moralische Zeiten
1900/1901 ließ der am (Alten) Markt ansässige
Zigarrenhändler Johann Brägas in der Wiker Bucht (zwischen der heutigen
Parkstraße und der Koesteralle) eine feste Seebadeanstalt errichten - und
entsprechend der geltenden Moral selbstverständlich für Männer und Frauen
getrennt. Der Platz war von der Stadt vorgegeben worden. Sie war auf einem
Fußweg über den Strand zu erreichen, die Straße Hindenburgufer gab es zu dieser
Zeit noch nicht. 1922, als Brägas bereits 76 Jahre alt war, kaufte die Stadt
die Anstalt. Doch Unterhaltungsmittel waren knapp, manches lag daher im Argen.
Und auch ein Ausweichen auf die nahe gelegene Militärschwimmanstalt war für die
Badefreunde nur stundenweise möglich.
Olympische Zeiten
1936 machten es dann die Olympischen Segelwettbewerbe
möglich: Die Stadt Kiel wollte sich von ihrer besten Seite zeigen und ließ das
„Seebad Düsternbrook" entstehen und mit lautstarkem Polit-Spektakel einweihen. Mit einem 50-m-Becken war es sportgerecht ausgelegt.
Meisterliche Zeiten
Nach dem Kriege - und so manchen Reparaturen, die die
Schwimmfreunde in Eigenregie durchführten - konnte es daher neben Laboe
Austragungsort der Deutschen Meeresmeisterschaften im Schwimmen sein (1949). Das
gefiel wiederum den Lübeckern nicht. Sie protestierten, weil sie sich benachteiligt
fühlten und die Meisterschaften bei sich haben wollten. Diese fanden 1950 auch einmalig in
Travemünde statt - fielen danach aber mangels Beteiligung buchstäblich ins Wasser.
Stürmische Zeiten
Als nach dem Eiswinter 1962/63
etliche Erneuerungsarbeiten immer dringender wurden, beschäftigte dies die
Ratsversammlung mehrfach. „Allein die Tatsache, dass die Badeanstalt
überhaupt noch steht, ist nur als Zufall zu bezeichnen . . ." hieß es in
einer der Vorlagen . . . und veranlasste 1972 einen Teilabbruch und eine
Teilerneuerung - fortan war sie nur noch halb so groß. Doch der Verfall schien
nicht zu stoppen. Im Frühjahr 2002 setzten schwere Stürme dem Bad erneut schwer
zu, so dass Teile für die Öffentlichkeit gesperrt werden mussten.
Helfende Zeiten
Aber dann kam es Anfang 2004 unerwartet: Eine großzügige
Spende des Unternehmers Dr. Klaus Murmann und seiner Ehefrau ermöglichte die
Sanierung des Bades in dem heutigen Zustand
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